15.06.2018 – Autorenlesung „Die Reise ins Reich. Unter Reichsbürgern“

Fotocopyright Christian Ratz

Im Rahmen der Themenwoche erzählte Tobias Ginsburg von seiner ungewöhnlichen Reise. Über Monate recherchierte der Regisseur und Autor in der Reichsbürgerszene unter falschem Namen als „alternativer Journalist“. Dort  trifft er im Sommer 2017 auf den Organisator einer geheimen Zusammenkunft unterschiedlicher Gruppierungen und Bündnisse: Marco Kurz, der Gründer des späteren Kandeler Frauenbündnisses.

„Ginsburgs Buch „Die Reise ins Reich – Unter Reichsbürgern“ zufolge hatte Kurz vor allem Hetzer, Gewaltbereite und Rechtsradikale gerufen. Umso verschwörerischer sei die Truppe vorgegangen: Handys sollten bei den Treffen ausgeschaltet, Kontaktlisten nur handschriftlich erstellt werden. In so vertraulich-trauter Runde, schreibt Ginsburg, kündigte ein Teilnehmer dann beispielsweise vage raunend an, dass er bald etwas Großes und Gefährliches unternehmen wolle. Eine Teilnehmerin rühmte derweil die berüchtigte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck – und niemand widersprach ihr. Zerstritten hat sich die Truppe trotzdem. Dem Buchautor zufolge bildeten sich zwei Flügel: einerseits offen Radikale wie Rüdiger Hoffmann. Und andererseits Leute um Marco Kurz, die ihre Ziele ein wenig bemänteln wollten, um eine breitere Öffentlichkeit nicht zu verschrecken.“ (Rheinpfalz, 12.06.2018)

Leserbrief zur Lesung von Tobias Ginsburg: „Entlarvend gut beschrieben“

Das könnte Dich auch interessieren …