19.10.2019 – Demokratiewerkstatt, Mehrnousch Zaeri-Esfahani

Denkwerkstatt bezeichnet Frau Zaeri-Esfahani ihr Format, mit dem sie im Rahmen unserer Demokratiewerkstatt von Kandel AKTIV und WIR sind Kandel zu uns in die Stadthalle Kandel gekommen ist.

„Lehnen Sie sich zurück und lauschen Sie meinen Geschichten. Fortgebildet werden Sie, ohne es zu merken.“

Ihren Impulsvortrag begann sie mit dem Bild der Schatzkiste, in dem jeder Mensch Aspekte seiner kulturellen Idenitiät sammelt. Bei Lebensumbrüchen – das kann schon ein Umzug in ein anderes Dorf sein, in ein anderes Land oder in eine andere Kultur – besteht die Gefahr, dass die alte Schatzkiste abgelegt und begraben wird, um sich möglichst schnell in die neue Gesellschaft einzufügen. Die alte Identität wird als Balast empfunden, verdrängt oder sogar verleugnet. Diese Menschen – und das hat die Referentin selbst erfahren – fühlen sich nie „ganz“, denn ein wichtiger Teil ihrer Identität fehlt. Wichtig für eine gute Integration ist also, dass sich Menschen mit ihre Schatzkiste auseinandersetzen, kulturelle Aspekte aus der „alten“ und der „neuen“ Heimat leben und verknüpfen. Das braucht Zeit! Nicht 3 Jahre, wie die Politik definiert, sondern 30-40 Jahre, meint Frau Zaeri-Esfahani.

„Wenn Herr Seehofer Integration sagt, meint er Assimilation“. (Assimilation = Anpassung, Angleichung)

Öffnet die Schatzkiste und erzählt Geschichten, interssiert euch für die Schatzkiste von anderen und hört den Geschichten zu, appelliert die Referentin an ihre Zuhörer.

Nach der Pause beschreibt Frau Zaeri-Esfahani die zwei gesellschaftlichen Hauptkulturen, den Individualismus und den Kollektivismus und deren Auswirkung auf unser Denken und Handeln, auf unser Zeitverständnis und unsere Erziehungsmodelle. Beide Kulturen haben positive und negative Aspekte und es lohnt sich voneinander zu lernen.

„Ich bin froh, dass ich gekommen bin.“ bringt es ein Teilnehmer auf den Punkt und geht mit einem Lächeln nach Hause.

Vielen Dank an Mehrnousch Zaeri-Esfahani, dass sie uns ihre Geschichten geschenkt hat und der Stadt Kandel für die Unterstützung unserer Veranstaltung.

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